INHALT
● Fluglotsen: nur in Frankreich wird gegen die Neustrukturierung des europäischen Himmels gestreikt.
Die Neugestaltung des europäischen Himmels hat unter den französischen Fluglotsengewerkschaften einen Streit ausgelöst. Ab 2012 sollen innerhalb der Europäischen Union 9 "Funktionsblöcke" die 27 bisherigen Nationalgebiete der Flugaufsicht ablösen. Mit Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg soll Frankreich Mitglied des FABEC (Fonctional Airspace Block Europe Central), des größten Abschnitts mit 55 Prozent des Flugbetriebs in der EU, werden.
Diese Umgestaltung wird durch die vorgesehene Verstärkung der Luftfahrt notwendig gemacht. Eine Steigerung der Flüge von 50 Prozent ist bis 2025 vorgesehen. Der Fabec wird direktere, kürzere und übersichtlichere Routen ermöglichen. Der französische Staatssekretär für Verkehrswesen Dominique Bussereau hatte vorgeschlagen, dass der Fabec zur Vereinfachung wie die anderen Blöcke übernational statt intergouvernemental verwaltet wird. Ein ehemaliger Europa-Abgeordneter der sozialistischen Opposition, Gilles Savary, sollte bis Ende Juli eine Analyse dieser Übertragung der Nationalbehörden in eine europäische Gesamtgesellschaft fertigstellen.
Damit würden die Fluglotsen zu Europabeamten. Was Lohn und Arbeitsbedingungen angeht, wäre es für sie vorteilhaft, unterstrich die Mehrheitsgewerkschaft SNCTA (55 Prozent der Stimmen bei den letzten Berufswahlen) der französischen Fluglotsen, die mit dem Projekt einverstanden ist. Aber die anderen, zum Teil marxistisch orientierten Gewerkschaften, CGT-CGC-FO-UNSA haben zum dritten Mal im Juli dagegen gestreikt. Viele Flüge waren mitten in der Ferienzeit ausgefallen. Diese linken Gewerkschaften hatten bereits im Januar und Februar 2010 gestreikt. Neue Streiks wurden für September geplant.
Die Streikführer behaupten, das neue System wird zu Entlassungen führen. Merkwürdig ist nur, dass außer in Frankreich in keinem anderen der 27 Mitgliedsstaaten der EU Fluglotsen gegen das Projekt gestreikt haben. Bei den französischen Streiks handelt es sich fast ständig um Berufskategorien, die Privilegien verteidigen. Die Monatsgehälter der französischen Fluglotsen schwanken zwischen 5 000 und 7 000 Euro und sie müssen nur 167 Tage im Jahr arbeiten. (JPP)
● Frankreich – Europa – Deutschland. Wohin gehen wir?
●
Straβburg: Das
demokratische Gesicht Europas
Ziele zur Stärkung des einzigen Sitzes des Europaparlamentes, Straßburg, als
Haupt-Arbeitsort
Kurzfristige Ziele:
1. Verschiebung der Abfahrt des vom Parlament gecharterten TGV von Straßburg
nach Brüssel am Donnerstag Nachmittag um einige Stunden, da es ein Skandal ist,
daß dieser quasi mitten in der Arbeit der Abgeordneten abfährt.
2. Aufhebung der neuen Anweisung für die Fraktionsbeamten, schon am Donnerstag
um 14.00 Uhr mit dem TGV nach Brüssel zu fahren.
3. Einrichtung von Unterschriftsregistern und Anreisemöglichkeiten in Straßburg
für alle türkisen Wochen und sitzungsfreien Tage (z.B. alle Freitage, auch die
der Brüssel-Wochen). Straßburg muß auf diesem Gebiet mindestens gleichberechtigt
sein mit Brüssel.
4. Kurzes Faltblatt des Parlamentes - ansonsten der Fraktion - für alle Besucher
in allen Sprachen über die rechtlichen, historischen, politischen und ideellen
Grundlagen von Straßburg als einzigem Sitz des Europäischen Parlamentes.
5. Offizielle Stellungnahme des Parlamentspräsidiums - ansonsten der Fraktion -
in allen Sprachen gegen die vielen falschen Behauuptungen und Zahlen, die gegen
Straßburg in Umlauf sind. Dies wäre keine einseitige Stellungnahme, sondern die
Pflicht des Parlamentes, die soeben mit Lissabon neu ratifizierte
Vertragsbestimmung endlich offensiv zu verteidigen.
6. Personelle Verstärkung des Besucherdienstes in Straßburg für die Zeit
zwischen den Plenarwochen, um die Auslastung der Gebäude zu erhöhen, und Öffnung
aller Säle für die Besucher.
7. Einrichtung einer kleinen, aus deutsch-, französisch- und englischsprachigen
Beamten bestehenden permanenten Antenne der Fraktion hier in Straßburg, die
systematisch die Kontakte zur Straßburger Öffentlichkeit sowie zu den
europäischen Institutionen in Straßburg (Europarat, Menschenrechtsgerichtshof,
Eurokorps etc.) hält und sich auch um Besucher kümmert. (Müssen politisch
kompetent sein, keine freien Mitarbeiter!)
8. Einrichtung von richtig besetzten Arbeitsgruppen in der Fraktion und
eventuell auch im Parlament mit dem Ziel, Vorschläge zur Verbesserung der
Arbeitsbedingungen in Straßburg zu sammeln (gerade bei den Straßburg-Kritikern).
9. Es sollte in Brüssel neben den Mini-Plenen keine zusätzlichen Plenarsitzungen
geben. Solange es das Mini-Plenum gibt, könnte man einfach von der
Geschäftsordnungsbestimmung Gebrauch machen, das Mini-Plenum vom ursprünglich
geplanten auf den Tag zu verschieben, an dem ein Sonderplenum gewünscht wird.
Also: Mini-Plenen nicht vermehren, sondern nötigenfalls verschieben, was die
Konferenz der Präsidenten jederzeit tun kann.
10. Sehr deutliche Stellungnahme der Französischen Regierung und vielleicht auch
des Rates, daß Straßburg als einziger Parlamentssitz und Haupt-Arbeitsort weder
jetzt noch in Zukunft zur Disposition steht und daß es dafür auch keine
Kompensation geben kann.
11. Kehl und der ganze Eurodistrikt müssen stärker mit Parlament und Fraktion
vernetzt werden (regelmäßige Treffen, Ernennung von Kontaktbeauftragten), und es
sollten auch EU-Agenturen oder Parlamentsdienststellen (Ombudsman?) in Kehl
sitzen, um die deutsche Seite besser einzubinden (auch die Regierung von
Baden-Württemberg).
12. Klarstellung, daß das Bürgerbegehren des Lissabonner Vertrages für
Gesetzesvorschläge im Rahmen der Kommissionskompetenzen genutzt werden darf,
aber nicht für Vertragsänderungen und Aktivitäten außerhalb der
Vertragskompetenz, also auch nicht für die Sitzfrage.
Mittelfristige Ziele:
1. Einrichtung eines Gemischten Parlamentarischen Ausschusses zwischen EP und
Parlamentarischer Versammlung des Europarates.
2. Programme für hochrangige Besuchergruppen, die gemeinsam von Eurokorps,
Europaparlament, Europarat und Menschenrechtsgerichtshof sowie vielleicht auch
der ENA in Straßburg zwischen den Plenarsitzungen durchgeführt werden.
3. Entwicklung eines Konzepts, um eine massive Verbesserung und Ergänzung der
Bausubstanz in Straßburg zu erreichen, da ja offiziell Gleichberechtigung mit
Brüssel bestehen muß.
4. Konzentrierung der Ausschuß- und Fraktionsarbeit auf ein bis höchstens zwei
Vorbereitungswochen in Brüssel und Durchführung einer fünftägigen Sitzungswoche
in Straßburg pro Monat, damit mehr Wochen für die dringend notwendige Betreuung
des Wahlkreises bleiben. Diese Wochen sollten dann auch frei von
Delegationsreisen bleiben!
5. Abschaffung aller Mini-Plenarsitzungen - es sei denn, es gibt kurzfristig
einen extremen Ausnahmefall. Dies ist der eigentliche Sinn der entsprechenden
Vertragsbestimmung.
6. Beseitigung der Duschen aus den Straßburger Abgeordnetenbüros und Einrichtung
von kleinen Besprechungszimmern und zusätzlichen Gang-Toiletten im Tour
7. Einrichtung von Toiletten vor dem Besuchereingang für Leute, die von weit her
kommen
Langfristige Ziele:
1. Bebauung des Messegeländes am Wacken mit Büros für die Beamten, Aufstockung
der Abgeordnetenbüros auf zwei Räume pro Abgeordneten mit Platz für die
Assistenten, Bau eines Not-Plenarsaales, der entweder in zwei große
Fraktionssäle geteilt oder auch als Kongressaal genutzt werden kann, Errichtung
weiterer Fraktions-, Ausschuß- und Besuchersäle mit Dolmetscherkabinen für alle
auch künftigen Sprachen und mit modernster Technik.
2. Vertragsänderung, daß alle Plenarsitzungen, auch zusätzliche, in Straßburg
stattfinden, Ausschußsitzungen hingegen an allen drei Arbeitsorten durchgeführt
werden dürfen.
3. Verlagerung der für das Plenum und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen
Dienste nach Straßburg.
4. Weiterer Ausbau des Schnellbahnnetzes, auch mit Anbindung an den Flughafen
Frankfurt und auf der Strecke Brüssel-Luxemburg-Straßburg-Basel-Mailand, die zur
Hauptachse Europas werden sollte. .
● Auf dem Weg
zu einer europäischen Haushaltsföderation
J
Jean-Dominique Giuliani Präsident
der Robert-Schuman-Stiftung
www.jd-giuliani.eu
● 60 Jahre nach Robert Schumans Signal: Demontage des Erreichten
Griechenland beweist: Zu wenig Europa und zu viele Souveränitätsneurosen
Nachts um halb eins wagte "es" am 26.4. in PHOENIX Hans Eichel, SPD-Exminister, im Gespräch mit Hermann Otto Solms (FDP) über das Griechen-Elend: EU-Europa sei mit dem 3-Prozent-Riegel in der Währungsunion nicht weit genug gegangen. Wesentliche Eingriffe in das nationale Finanzgebaren hätten gefehlt, dazu scharfe Kontrollen bis hin zum Einsatz von Brüsseler Exekutoren vor Ort. Solms nickte. Dann gebrauchte Eichel sogar das von der CDU aus dem Programm gestrichene Unwort "Bundesstaat" und dozierte: "Was die USA formte, ließen wir zu früh fallen." Gemeint: Stärke à la USA durch stufenweisen Aufbau einer Art Bundesstaat. In der Tat, aber "die Dinge" sind jetzt schon irreparabel, und auch Karlsruhe tat Salz in die Suppe. Was tun? 1. dem deutschen Volk sagen, dass die Summe, um die heute geht, haargenau dem Anteil Berlins am Gesamtkredit entspricht, also dem Prozentsatz BSP der Deutschen an der Euro-Zone. Und dass die Medien fälschen, es gehe allein darum "unseren Euro nach Athen zu schicken", während es darum geht, unseren Anteil zur EZB zu überweisen. Freilich ist auch wahr, dass es auf uns ankommt, wenn zu bedenken ist, wie der Demontage-Prozess gestoppt werden könnte, bevor ein Portugal-Italien-X-Domino zu kippen beginnt. 2. Wir brauchen eine Revision des Lissabon-Vertrags (aus wenigen Sätzen) oder eine Chef-Konferenz der Euro-Zone, um Souveränitätsneurosen institutionell statt erst mal à jour stoppen zu können. Wer haltbare Prophylaxen nicht mitmachen will, sollte ausscheiden. "Lissabon" erlaubt es ja inzwischen. Wer wartet, reißt jedenfalls noch mehr ein ! Jürgen Wahl (Contra-Salon)
● Die Kanzlerin in Aachen: Europa größte Krise bewältigen!
In ihrer großen Rede in Aachen, die außer WDR 3 und Phönix niemand brachte, nannte die deutsche Kanzlerin die gegenwärtige Krise um die Zukunft des Euro die größte Bewährungsprobe, die Europa seit 1990, womöglich noch seit viel längerer Zeit, zu bestehen habe. "Diese Bewährungsprobe ist existenziell", stellte sie fest. Diese Bewährungsprobe müsse bestanden werden. Gelinge das nicht, seien die Folgen unabsehbar. Die Rettung des Euro sei so wichtig, weil alle spürten: "Scheitert der Euro, dann scheitert nicht nur das Geld, dann scheitert mehr, dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung." Die Krise müsse auch Anlass sein, Mängel an der europäischen Architektur zu beheben, forderte die Regierungschefin. Die europäischen Staats- und Regierungschefs müssten dabei auch "vertragliche Konsequenzen" ziehen und Probleme ehrlicher ansprechen. Europa werde sich stärker wirtschafts- und finanzpolitisch verzahnen müssen. "Und jenseits des Ökonomischen wagen wir vielleicht nach der gemeinsamen Währung weitere Schritte, zum Beispiel den zu einer gemeinsamen Armee", so Merkel.
Angela Merkel "turned the tables"
Interview mit Elmar Brok, außenpolitischer Koordinator der Fraktion der Europäischen Volkspartei
Jürgen Wahl. Ein Brite staunte über die Preisrede der Kanzlerin in Aachen; "She turned the tables." Dreht sie tatsächlich, lange erwartet, den Tisch Europa herum? Will die Kanzlerin die fehlenden Schritte zur Politischen Union tun, zu denen es bei der Euro-Einführung "nach Maastricht" nicht kam?
Elmar Brok. Sie will, dass zuerst einmal die Regeln strikt eingehalten werden, an der Spitze die 3%-Grenze bei der Neuverschuldung der EU-Mitgliedstaaten. Dazu muss, darin sind die Europapolitiker der CDU mit ihr einig, die Kommission nachdrücklich gestärkt werden. Sie muss das Recht haben, für die Einhaltung der Regeln selbst zu sorgen. Vor allem müssen schnell, europäisch und global, die G-20-Beschlüsse zur Finanzmarktordnung in die Praxis umgesetzt werden.
JW. Die Nachrichten kreisen um die angeblich gewollte totale Kontrolle nationaler Haushalte durch die Kommission. Stimmt die Richtung?
EB. Noch einmal; Die vertragliche Begrenzung der Verschuldung steht zur Debatte, nicht Eingriffe in unseren deutschen Haushalt bei zum Beispiel der Sozialpolitik. Des-halb muss die Kommission auch Instrumente haben, die 3-Prozent-Grenze durchzusetzen. Warum soll sie zum Beispiel dabei nicht auch Haushaltspolitiker mit unmissverständlichen Ratschlägen versehen? Das heißt aber nicht, dass die EU in die Gestaltung und Prioritätensetzung eines nationalen Haushaltes innerhalb der notwendigen Regeln eingreift.
JW.
Heiner Geißler, Hans Eichel und Joschka Fischer sagten, ohne politische Union überlebe der Euro nicht, folglich gehe es um weitere Aufgabe von Souveränität. Übertreibung?EB. Man könnte gewiss so argumentieren, aber es führt heute und morgen nicht weiter. Die Kanzlerin hat in Aachen sehr wohl Ergänzungen des Lissabon-Vertrags verlangt. So etwas wird aber sicher zehn Jahre dauern. Was sofort gehen muss, ist die Rückkehr zu den Kriterien der Währungsunion, vor allem zum Stabilitätspakt, den Schröder und Chirac aufgeweicht hatten.
JW. Und England? Der neue Premier David Cameron hat sogar verlangt, nach Brüssel verlagerte Zuständigkeiten zurück nach London zu holen. Kommentar…
EB. Ganz einfach: So etwas geht nur durch einen einstimmigen Vertragsänderungsbeschluss des Rats einschließlich eines neuen Verfassungskonvents und abschließender Ratifizierung durch alle Mitglieder der EU. So etwas kann David Cameron vergessen.
JW. Europa hört nichts über die Krise aus seinem Parlament, nur Klein-klein. Warum gibt es gerade dazu nicht große Krisendebatten wie im Bundestag?
EB. Wir haben für die Woche ab 17. Mai eine solche Debatte beschlossen. Schlimm war, dass das ohne heftigen Krach in unserer Fraktion der EVP nicht zustande kam. Mittwoch kommt die Debatte.
● Frankreich ist Frankreich ist Europa: Französische Europa-Politik zwischen Pragmatismus und Tradition
Unter dem Fittich der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) haben Dr. Claire Demesmay (DGAP) und Dr. Andreas Marchetti (ZEI) eine ausführliche und ausserordentlich zutreffende Analyse der französischen Europa-Politik veröffentlicht. Wegen der Probleme mit dem Euro und aufgrund des aktuellen Einstiegs in die neue „Lissabonner“ Ära der Europäischen Union bekommt diese gut lesbare Studie eine besondere Relevanz. Das enge deutsch-französische Verhältnis ist immer sehr wichtig und recht schwierig gewesen. Es ist deswegen immer angebracht, den Deutschen zu erklären, was Paris will und tut und umgekehrt. Das leistet diese Untersuchung. Hiermit ein Überblick:
Frankreichs Europa-Politik ist von zwei widerstreitenden Diskursen geprägt: Der eine setzt auf eine Funktionalisierung Europas zur Durchsetzung französischer Interessen, während der andere die von Nicolas Sarkozy angekündigte »Rückkehr Frankreichs nach Europa« betont. Die Konzentration der außenpolitischen Entscheidungsmacht in der Hand des Präsidenten und ein neuer pragmatischer Ansatz prägen die aktuelle französische Europa-Politik, die grundsätzlich dem intergouvernementalen Ansatz verschrieben bleibt und die Führungsrolle Frankreichs in Europa zu festigen sucht. Gerade in zentralen Politikfeldern wie der Klima- und Energie-, der Wirtschafts- und Finanz- sowie der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zeigt sich Frankreich in jüngster Zeit immer wieder als Vorreiter für europäische Positionen, ohne dabei das nationale Interesse aus den Augen zu verlieren. Der neue pragmatische Ansatz in der französischen Europa-Politik fordert von Deutschland ebenfalls eine stärkere Handlungsbereitschaft an der Seite Frankreichs, um gemeinsam Vorreiter der europäischen Entwicklung zu bleiben.
Den ganzen Text können Sie unter folgendem Link finden:
<www.dgap.org/publikationen/view/1df2ce7d47c821e2ce711df8f3c013fdb6513c213c2.html>
● Wir wollen unsere Zeit behalten
Der
Europa-Abgeordnete Herbert Reul die Zeitumstellung abschaffen. In Deutschland
wurde sie dreißig Jahre alt. Die Regel wurde früher mit Energieeinsparungen
begründet – ein Effekt, der aber nachweislich nicht eingetreten ist. Im
Gegenteil, negative Wirkungen der Zeitumstellung überwiegen. Ich setze mich
daher schon lange dafür ein, dass die Abschaffung der Zeitumstellung wieder auf
die Tagesordnung kommt. Deswegen wurde Bundesinnenminister Thomas de Maizière
gebeten, das Thema sowohl im Bundeskabinett als auch im Europäischen Ministerrat
anzusprechen. Sensible Menschen, vor allem Kinder, leiden besonders an
willkürlichen Eingriffen in ihren Biorhythmus. Sie haben in der Schule dann
Probleme, weil sie ihren Tages- und Nachtablauf nicht mehr justieren können.
Jeder von uns braucht mehrere Tage, um sich der „neuen Zeit“ anzupassen. Viele
Bürger haben Konzentrationsstörungen im Alltag und im Straßenverkehr. Hinzu
kommt der bürokratische Aufwand der Zeitumstellungen. Er bringt Verwaltungen wie
Unternehmen erhebliche Kosten. Herbert Reul: „Ich bin mir mit vielen Bürgern
einig: Was sich nicht bewährt hat, gehört abgeschafft.“ Werden wir bis zum Sankt
Nimmerleinstag warten müssen, dass etwas beseitigt wird, das fast alle
vernünftige Menschen als absurd empfinden?
Jürgen Wahl
Das Elsass, die Ausnahme… Das kann man wohl sagen, denn das Elsass ist die
einzige Region des Mutterlandes, die sich am letzten Sonntag nicht von der
rosaroten, grünen und roten Welle mitreißen ließ. Trotz manchem Unheil, das ihm
die Geschichte früher auferlegte, haben sich die Elsässer ihren freien Willen
bewahrt. Ihre unglückliche Vergangenheit hat sie nicht umgebracht. Wer sie sind,
wissen sie, und sie lassen sich nichts vormachen. Im Elsass nisten die Störche
noch immer auf den Dächern, und der Rhein fließt noch immer in dieselbe Richtung.
Das Elsass ist eine Welt für sich, aber dennoch ist es seit 1789 die
republikanischste Region Frankreichs und seit 1952 die europäischste Region in
Europa. Geradezu prädestiniert dazu ist es durch seinen Platz im Herzen der
deutsch-französischen Partnerschaft.
Die Gewinnerin dieser Wahl, Martine Aubry, sprach von einer Wiedereroberung
Frankreichs durch ihre sozialistische Partei. Doch alle Wiedereroberungen gingen
von einem Ort, einer Stadt, einer Region aus. Warum sollte die politische
Rückeroberung Frankreichs durch die Regierungsmehrheit nicht vom Elsass ausgehen?
Sollte die Regierung nicht viel mehr den elsässischen Joker ausspielen? Wenn er
wieder die Oberhand gewinnen will, könnte Nicolas Sarkozy zwei Fliegen mit einer
Klappe schlagen: Straßburg als Hauptstadt der Republik Europa durchsetzen und
beweisen, dass diese sogenannte „rechte“ Region nicht empfänglich ist für einen
engstirnigen Nationalismus. Eine Herausforderung für den Front National, der im
Elsass ziemlich stark vertreten ist, aber schwer irrt, wenn er die Europäische
Union so hartnäckig ablehnt. Und auch eine Herausforderung für Dominique
Strauss-Kahn, der aus dem Elsass stammt.
Womit sollte begonnen werden? Ganz einfach, indem man die Europäische Union dazu
bewegt, dass Straßburg der einzige Sitz des Europäischen Parlaments ist, also
die Hauptstadt des Demokratischen Europas, des Europas der Abgeordneten. Ganz
Halsstarrige bestehen darauf, dass das Parlament seinen Hauptsitz in Brüssel
haben soll, selbst wenn Tagungen in Straßburg anstehen, was für die Abgeordneten
bedeutet, mit Sack und Pack und auf Europas „Unkosten“ ständig zwischen Brüssel
und Straßburg hin- und herzupendeln. Dieses Herumirren muss endlich ein Ende
haben, umso mehr als dieser Doppelsitz des Parlaments jeder rechtlichen
Grundlage entbehrt. Seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft hieß es,
dass Straßburg als einziger Sitz des Europäischen Parlaments vorgesehen werden
sollte, wie auch der Gerichtshof und der Rechnungshof der Europäischen
Gemeinschaft ihren Sitz in Luxemburg haben sollten, die Europäische Zentralbank
in Frankfurt und der Rat der Kommission in Brüssel.
Worauf wartet man also, mit diesem absurden Nomadentum ein für alle Mal Schluss
zu machen und dem Elsass in vollem Umfang die glanzvolle Aura zuzugestehen, die
es verdient? (JPP)
● Europäische Wirtschaftsregierung
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy am 2. Februar 2010 in Paris äusserte der französische Staatspräsident Folgendes und die Bundeskanzlerin widersprach ihm keineswegs :
„Was hier geschehen ist, ist sehr wichtig. Ich habe von keinem einzigen Land gehört, dass an der Notwendigkeit der europäischen Wirtschaftsregierung gezweifelt wird, die wir gemeinsam mit der Bundeskanzlerin vorgeschlagen haben. Alle waren damit einverstanden. Eine der Lehren aus dieser Krise ist, dass wir eine europäische Wirtschaftsregierung brauchen. Diese Wirtschaftsregierung ist der Europäische Rat der 27 Staats- und Regierungschefs.
Wirtschaftsregierung bedeutet, dass wir im Rahmen dieses Rates die Situation bewerten, die Wirtschaftspolitiken koordinieren und Initiativen organisieren. Das ist etwas extrem Wichtiges, worüber es am ganzen Tisch einen Konsens gegeben hat.“
Der französische Präsident beantwortete eine Frage zu den Entscheidungen der Europäer in Brüssel angesichts des griechischen Defizits.
● Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung für eine europäische Wirtschaftsregierung
die schwere Krise des Euro durch die faktische Staatspleite Griechenlands führt zu einer neuen, längst überfälligen Debatte über die mangelhafte Konstruktion der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. In zwei Papieren der Friedrich-Ebert-Stiftung wird gezeigt, welche Chancen in einer wirtschaftspolitischen Neugestaltung liegen. Zum einen betrifft dies eine verstärkte Koordinierung auf europäischer Ebene, zum anderen die Möglichkeiten eines Umbaus der ökonomischen Strukturen auf mitgliedstaatlicher Ebene.
Klaus Busch benennt die strukturellen Defizite der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und stellt Lösungen zur Überwindung der ökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der EU vor. So benötigt die Eurozone eine eigene Europäische Wirtschaftsregierung, um Fälle wie die in Griechenland eingetretene Überschuldung grundsätzlich zu verhindern. Darüber hinaus ist für den Autor eine europäische Koordinierung der
nationalen Lohnpolitiken vonnöten, um der extremen Wettbewerbsverzerrung mit einseitigen Gewinnern und Verlierern entgegenwirken zu können.
--> Klaus Busch:
Europäische Wirtschaftsregierung und Koordinierung der Lohnpolitik
Krise der Eurozone verlangt Strukturreformen
http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07108.pdf
In the second paper, George Pagoulatos analyses the influence of the financial crisis on the speed and effectiveness of the transition to a "green economy" in Greece. The socialist PASOK government came to power with an ambitious green development programme, which applied as the principal strategy for enhancing economic growth and employment. At the same time it was the much-needed new growth model for Greece and served the objective of catching up with EU sustainability targets.
--> George Pagoulatos:
The Greek Economy and the Potential for Green Development
http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07097.pdf
● CEP-Studie: Warum ein Bail-out Griechenlands unzulässig ist
Keinen Euro nach Athen tragen
Aus währungsökonomischer Sicht ist ein von Euro-Mitgliedsstaaten getragener Bail-out strikt abzulehnen. Aus juristischer Sicht ist er sogar unzulässig. Ein Plädoyer von Experten der Centrums für Europäische Politik (CEP) in Freiburg gegen Hilfen durch Euro-Anleihen oder einen Europäischen Währungsfonds.
Ein solcher Bail-out, also die Schuldenübernahme und finanzielle Unterstützung, ist mit enormen Kosten für die Glaubwürdigkeit des Euro-Raums verbunden und kann die fundamentalen Probleme Griechenlands ohnehin nicht lösen. Er schwächt die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank und erschwert damit die Glaubwürdigkeit einer auf Geldwertstabilität ausgerichteten Geldpolitik.
Der einzige Vorteil eines Bail-out liegt in der vorübergehenden Verhinderung einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands. Ob dieses Szenario aber eintreten wird, kann derzeit nicht ernsthaft vorhergesagt werden. Droht eine solche Zahlungsunfähigkeit dennoch, ist die Unterstützung durch den IWF einem Bail-out durch Euro-Staaten vorzuziehen.
Grundprobleme der Euro-Zone
Die Euro-Zone leidet unter zwei Grundproblemen: einem Mangel an fiskalischer Disziplin und einem Auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Euro-Staaten.
Die Griechenlandkrise belegt das Scheitern des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Erforderlich ist ein neuer Automatismus bei den Sanktionen des Paktes, der politische Rücksichtnahme im Ministerrat erschwert. Die automatische Reduzierung von Stimmrechten im Ministerrat bei der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens könnte eine solche Sanktion sein.
Gemeinsame Euro-Anleihen oder die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds sind der falsche Weg. Dort, wo Schulden geteilt werden, sinkt die Eigenverantwortung. Das Ergebnis sind höhere, nicht niedrigere Schulden.
Anpassung nach unten
Die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ist Aufgabe einer jeden Regierung. Der Wettbewerb zwischen Mitgliedsstaaten kann hier mehr leisten als eine „Europäische Wirtschaftsregierung“. Unter einer EU-Wirtschaftsregierung droht sich eine Anpassung nach unten durchzusetzen, indem Länder mit einer schwachen Wettbewerbsfähigkeit auf andere Euro-Staaten Druck ausüben, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu reduzieren.
Viele der momentan diskutieren Vorschläge – Bail-out, Europäischer Währungsfonds, Europäische Wirtschaftsregierung – dienen nur bei einer oberflächlichen Betrachtung der europäischen Integrationsidee. Bei näherer Betrachtung schaden sie der Stabilität des Euros und der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Zone.
Organklage vor Bundesverfassungsgericht
Ein Bail-out für Griechenland durch andere Mitgliedstaaten ist aber auch nicht mit dem Europarecht vereinbar. Ob es sich dabei um direkte finanzielle Zuwendungen, Bürgschaften, Garantien, Euroanleihen oder Hilfe über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) handelt, ist unerheblich.
Beteiligt sich die Bundesregierung dennoch und ohne Zustimmung des Bundestages an einem auf Art. 352 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) gestützten finanziellen Beistand für Griechenland, steht jedem Bundestagsabgeordneten die Möglichkeit einer Organklage vor dem Bundesverfassungsgericht offen.
Gefahr von unfinanzierbarer Dynamik
Die finanziellen Konsequenzen eines Bail-out für Griechenland dürfen nicht durch den Hinweis verharmlost werden, dass ein solcher einmaliger Bail-out für die übrigen Mitgliedsstaaten finanziell verkraftbar wäre.
Würde einem Mitgliedstaat in einer selbstverschuldeten Krise ein Bail-out gewährt, so hätte dies unmittelbare Anreizwirkungen auf weitere Staaten, die sich zwar (noch) nicht in einer akuten Krisensituation befinden, die aber aufgrund ihrer Haushaltslage und sonstigen ökonomischen Situation Gefahr laufen, Anwärter auf einen nächsten Bail-out zu sein. Würde einem Mitgliedsstaat ein Bail-out gewährt, wäre er weiteren Staaten kaum zu verweigern.
Zu wenig Reformdruck
Dies senkt den Reform- und Konsolidierungsdruck in den gefährdeten Mitgliedsstaaten. Es ist daher davon auszugehen, dass ein Bail-out kein einmaliges Ereignis bleibt, sondern weitere Rettungsaktionen nach sich ziehen würde. Dies würde die Staaten, die überhaupt einen substanziellen finanziellen Beitrag zu einem Bail-out leisten könnten, bald überfordern, zumal die Haushaltlage in allen großen Volkswirtschaften durch die jüngste Wirtschaftskrise bereits angespannt ist.
Widerspruch gegenüber Olli Rehn
Aus diesen Gründen ist Währungskommissar Olli Rehn zu widersprechen. Dieser hält es für die internationale Glaubwürdigkeit der EU für entscheidend, dass die EU einen Zusammenbruch Griechenlands im Zweifelsfall abwendet. Aufgrund der zu erwartenden Folgeeffekte würde ein Bail-out für Griechenland die internationale Glaubwürdigkeit des Euros jedoch langfristig nicht erhalten, sondern verspielen. Dies sollte der Währungskommissar nicht zulassen.
Die Autoren: Dr. Thiemo Jeck, Dr. Bert Van Roosebeke und Jan S. Voßwinkel sind Experten des Centrums für Europäische Politik (CEP) in Freiburg. Die Studie wurde EurActiv.de am Dienstag 6 April 2010 zu Verfügung gestellt.
Am 31. März hat die Rating-Agentur Moody's die Noten von fünf der wichtigsten griechischen Banken auf Grund ihrer "geschwächten" finanziellen Situation abgesenkt. Die Agentur hat in der Tat davor gewarnt, dass die Perspektive für diese Institutionen, die auf Grund der finanziellen Lage des Landes unter großen Druck stehen, "negativ" seien. Die Agentur ist der Meinung, dass, auch wenn die von der griechischen Regierung beschlossenen Sparmaßnahmen positive langfristige Wirkung haben werden, "die momentanen Herausforderungen negativ auf dem kurz- und mittelfristigen Wachstum lasten werden", was noch mehr die Ergebnisse der griechischen Banken schwächen wird.
(Fondation Robert Schuman, Paris)
● Gabriela Habsburg, Botschafterin Georgiens
Gabriela Habsburg, 53, Mutter von drei Kindern, Tochter des Österreichischen Kaisersohns und Paneuropa-Ehrenpräsidenten Otto von Habsburg, wird Georgiens Botschafterin in Berlin. Die in Tiflis eingebürgerte Bildhauerin, Kunstprofessorin an der Universität Tiflis und Russland-Kritikerin wie ihr Vater, bewundert ihren Staatspräsidenten Michail Saakaschwili. Außer Deutsch, spricht sie fließend georgisch, französisch, englisch und noch einige Sprachen. Sie hat mit ihren Studenten das nationale Unabhängigkeitsdenkmal in Tiflis gebaut. Die Eurbag Redaktion hat eine besondere Zuneigung für Gabriela und freut sich, dass sie ihr Wahlland in Berlin vertreten wird. Na, dann viel Glück!
● Paneuropa-Tag gegen Dämonen des Nationalismus
Beim 32. Andechser Europatag warnte der Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, Bernd Posselt, MdEP, vor einer Renationalisierung der Europäischen Union. Neben dem „offenen Nationalismus“ eines Vaclav Klaus gebe es einen schleichenden, wie der in der der Debatte um das Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ausdruck gekommen sei. Nur den Nationalstaat zum Träger der Souveränität zu erklären, sei antiquiertes Denken, wie es schon die Adenauer-Ära mit dem föderalistischen Dreiklang Land-Bund-Europa überwunden habe.
Anknüpfend an ein Wort von Ernst Jünger, wonach „Dämonen die verlassenen Altäre bewohnen“, rief Posselt dazu auf, sich aktiv der Entchristlichung zu widersetzen. Wer glaube, Gott entthronen zu können, werde bald sehen, dass an dessen Stelle kein Leerraum bleibe, sondern sich dort historische, ideologisch-geistige und politisch „Dämonen“ ansiedelten. Als Beispiel nannte er die Bestrebungen der russischen Duma, Kritik an Josef Stalin unter Strafe zu stellen, den zerstörerischen Nationalismus und Souveränismus, der sich entgegen allen Klischees nicht nur im ehemaligen Ostblock, sondern auch im Westen breitmache, sowie die Erfolge der Linkspartei, die er als „Erben der Mauermörder“ titulierte.
Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel hob hervor, dass ohne gemeinsame Währung und europäischen Binnenmarkt die Wirtschafts- und Finanzkrise ähnlich verheerende Ausmaße angenommen hätte wie die von 1929. Auch die deutsche Einheit „hätte es ohne Europa, ohne europäische Idee und Fortschritte bei der Integration nie gegeben“. Für die Zukunft forderte Waigel eine europäische Armee und eine europäischen Finanzaufsicht. Er lobte das Europäische Parlament und sprach sich für dessen weitere Stärkung aus. Die Warnung der Bundesverfassungsgerichts vor einem Europäischen Bundesstaat sei aufgesetzt und künstlich, das vom Verfassungsrichter Udo di Fabio geprägte Wort „Staatenbund“ nannte Waigel „schwach“. Die Europäische Union sei „ein Gebilde sui generis, das seine eigene Form finden wird, um stark und handlungsfähig zu sein“. Beim Bühnengespräch im Klostergasthof berichtete Waigel als Zeitzeuge außerdem über die Einführung des Euro, die pionierhafte Europapolitik Helmut Kohls, den er neben Otto von Habsburg größten Europäer nannte, und den Weg zur deutschen Einheit, die tatsächlich die graue „DDR“ in blühende Landschaften verwandelt habe.
Das neue deutsch-französische
Geschichtsbuch
Franzosen und Deutsche sind dabei, Bildungslücken über das jeweils andere Volk zu füllen. Abhilfe schafft jetzt ein gemeinsam erstelltes Schulbuch. Dem Zeitabschnitt „Europa und die Welt seit 1945“ war der erste Band gewidmet, der 2006 erschien. Die zweite Folge befasst sich mit der Geschichte Europas und der Welt „Vom Wiener Kongress bis 1945“ (Klett-Verlag und Nathan Verlag, 2008). Immerhin ein Buch, das mit gleichem Text und mit gleichen Bildern der Jugend in beiden Staaten das selbe - durchaus kritische und selbstkritische - Geschichtsbild vermittelt. Die Zeit der "Ewigkriegsführenden" und der Vorurteile ist endgültig vorüber, was natürlich nicht aussschliesst, dass Deutsche und Franzosen Grund haben, über die Leistungen ihrer Vaterländer stolz zu sein. Kein Nationalismus also, aber Patriotismus schon. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, daran zu erinnern, dass der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) der Initiator dieses Projektes war.
Mit der Totalitarismustheorie, die Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Stalinismus suchte, taten sich die deutschen Historiker schwerer als ihre französischen Kollegen. Schlimmer als Stalin musste für die Deutschen Hitler sein. Das entspricht natürlich nicht ganz der historischen Wahrheit, denn Stalin war auf seine andere Art und Weise auch ein schlimmer, blutrünstiger Tyrann.
Die Franzosen maßen hingegen Kolonialismus und Dekolonialisierung eine größere Bedeutung bei als die Deutschen. Der Versuch einiger deutscher 68er ein künstliches antikolonialistisches Bewusstsein in Deutschland zu schaffen, ging nicht weiter als der Che-Guevara-Kult. Deutschland hatte schon 1918 seine Kolonien verloren.
Die Franzosen maßen hingegen Kolonialismus und Dekolonialisierung eine größere Bedeutung bei als die Deutschen. Der Versuch einiger deutscher 68er ein künstliches antikolonialistisches Bewusstsein in Deutschland zu schaffen, ging nicht weiter als der Che-Guevara-Kult. Deutschland hatte schon 1918 seine Kolonien verloren.
Dagegen tritt für die Deutschen der Erste Weltkrieg, für die Franzosen die „Grande Guerre“, in seiner Bedeutung weit zurück hinter den mit NS-Diktatur und Holocaust verwobenen Zweiten Weltkrieg. Die Phase der „épuration“, der Säuberung, in der Frankreich nach der Befreiung „Kollaborateure“ zunächst ungnädig verfolgte, ist deutschen Schülern eher unbekannt, wahrend ihre französischen Altersgenossen lange Zeit den verklärenden Eindruck vermittelt bekamen, nahezu das ganze Volk habe in der Résistance Widerstand geleistet.
Derartige
Nuancen im historischen Gedächtnis der beiden Nachbarvölker erschwerten die
Arbeit an einem gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuch. Dass jetzt
dennoch der zweite Band des Projekts vorgelegt wird, zeigt, dass die
Übereinstimmung in der Betrachtung der Historiker längst überwiegt.
Zugelassen ist das Gemeinschaftswerk für die Oberstufen beziehungsweise das
Lycée in deutschen und französischen Schulen. Es soll ein dritter Band über
die Epochen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert dieses anspruchsvolle und
innovative Bildungswerk komplettieren.
Während es bei den Nachbarn nur des Segens des zentralen Bildungsministeriums bedurfte, brauchte es im föderalen Deutschland die Zulassung aller 16 Kultusbehörden. Dass dies gelang. ist schon ein bemerkenswerter Vorgang.
Das Projekt nahm seinen Anfang 2003, als das Deutsch-Französische Jugendparlament bei einer Veranstaltung in Berlin den Wunsch nach einem binationalen Geschichtsbuch formulierte. Bei der Realisierung war der Umgang mit den kleineren Hindernissen in der Vermittlung der insgesamt konsensual beurteilten Historie weniger schwierig als die unterschiedliche Unterrichtsdidaktik, erzählt das Körner-Wellershaus, Leiter des Klett-Verlags, der das Werk gemeinsam mit der Pariser Edition Nathan entwickelte. Wahrend französische Schulen stärker Fakten vermitteln, wie die Deutschen es glauben, steht im deutschen Unterricht der diskursive Umgang mit Quellentexten im Vordergrund. In Wirklichkeit hat sich der Unterricht in Frankreich wesentlich verändert und Diskussionen über die Fakten, die immer noch gelernt werden müssen, stehen heute im Vordergrund in den Lycées und Collèges, während oft bemängelt wird, dass die deutsche Methode selbstständigen Lernens die Schüler zu wenig mit dem Wissen „füttert“, wofür man in jungen Jahre aufnahmebereit ist.
Der neue Band sollte ein Anliegen des Berliner Senats werden, das für die Schulen der deutschen Hauptstadt zuständig ist, werden. Unser Kollege Richard Schneider hat in diesem Zusammenhang einen Test gemacht. „Schön, schrieb er uns, dass das in der Geschichte einmalige Projekt gemeinsamer Schulbücher für Deutsche und Franzosen in deutschen Zeitungen rezensiert wurde. Ich als Journalist konnte nur eine merk- und denkwürdige Interesselosigkeit von Seiten des Berliner Senats verspüren: Weder telefonisch noch per E-Mail erhielt ich von Bürgermeister Wowereit oder seinem Mitarbeiter Rainer Seider eine Antwort auf meine journalistische Bitte um eine Stellungnahme zum deutsch-französischen Schulbuch. Kein einziges Wort ließen die „Beauftragten für deutsch-französische Beziehungen“ verlauten. Die Herren waren entweder in Sitzungen, auf Dienstreise oder vorübergehend (Anrufbeantworter) nicht erreichbar. Dass das deutsch-französische Schulbuchprojekt bei solch interesselosen Politikern landete, solch schlechte Fürsprecher erhielt, ist schlichtweg traurig und zeugt von wenig politischem Einsatzwillen. Damit wird klar, das die Interessen dieser Berlin-Politiker in eine ganz andere Richtung gehen, was für unsere Zukunft keineswegs hoffnungsfroh stimmt“.
● Altes, uraltes Europa!
Unser
Kontinent, insbesondere in Italien und in Frankreich, ist heutzutage einer Invasion
von Menschen aus Schwarzafrika ausgesetzt, die der Hunger und die Not, der
Krieg und das Klima, vor allem die Überbevölkerung ihrer Länder nach Norden vertreiben. Auf die gleiche Art und Weise
wurde Europa vor zwei Millionen Jahren von Urwanderern aus Afrika bevölkert. Später vor ca. 60 000
Jahre überrannte eine neue Welle afrikanischer Menschen Europa und
vernichtete vielleicht, löste jedenfalls die ursprüngliche Population ab, die
aus den Nachfahren der ersten afrikanischen Wellen bestand, und zwar die
Neandertaler. Wir erleben also die dritte Einwanderungswelle aus Afrika. Ob
die Zugewanderten die Ur-Bevölkerung Europas, uns also, diesmal wieder
ersetzen, das werden erst unsere Nachfahren wissen. Diesmal wären die
Kulturverluste aber grösser. Aber was weiss man der Kultur der Neandertaler.
Vielleicht ist mit ihnen viel verloren gegangen.
In unserer weiteren Suche nach den Wurzeln Europas machen wir dann einen
Sprung bis in die frühhistorischen Zeiten. Diesmal kam nicht die neue
Population aus Afrika sondern aus dem westlichen Zentralasien, wenn man das
so bezeichnen kann. In seinem immensen Buch "Die Wiege des Westens"
hatte Carl-Heinz Boettcher vor Jahren bewiesen, dass die sogenannten
"indo-germanischen Sprachen", die wir lieber "proto-europäisch",
oder, auf Deutsch,
"früheuropäisch" nennen, zwischen der Seine und dem Dnjepr vor 6000 Jahren
entstanden waren. Insbesondere Flussnamen, die sehr stabil sind, gehören
nördlich der Loire bis zu der russischen Ebene diesem einheitlichen
Sprachkreis. Nach Boettcher, dessen Buch wir in "Eurbag" bereits mehrmals
rezensiert haben, waren auf der Nordebene die besonderen Merkmale der heutigen europäischen Kultur und Politik entstanden.
Südlich dieser ausgedehnten Region haben Flussnamen und Dorfnamen einen anderen Ursprung.
Südeuropa, mindestens bis zur Garonne und weiter nördlich an der
Atlantikküste, gehörte anderen Völkern, die nicht vom Osten nach Westen
sondern erst vom Osten nach Süden und später vom Süden nach Norden bis über
die Pyrenäenbarriere eingewandert waren, wie Alexis Arette es in seinem Buch
"La longue marche des Aquitains" bewiesen hat (Rezension in der
französischen Fassung von "Eurbag"). Er nennt diese Kulturen die
Zivilisation der Kuh, denn dieses nahrungspendende Tier steht im vielen
ihrer Mythen und Wappen und wurde sogar von vielen Völkern, wie in Ägypten,
zum heiligen Tier erklärt. In Indien ist die Kuh noch ein kultisches Tier.
In Ihrem Buch "L'aventure des langues en Occident. Leur origine, leur
histoire, leur géographie", hatte Henriette Walter im Jahre 1994 die Landkarte
der europäischen Sprachkreise am Anfang der historischen Zeiten gezeichnet:
die Slawen im Osten, die Germanen im Norden, die Kelten in Mitteleuropa, die
alle zur früheuropäischen Sprachfamilie gehörten und eine
gemeinsame Herkunft hatten. In Spanien die Iberen, im Südwesten des
künftigen Frankreichs die Aquitanier und dort am Mittelmeer und in den
Pyrenäen bis Norditalien die Liguren und in Italien die Etrusker (in der
Toskana) und die
Sikulen (auf Sizilien), die alle nicht zum früheuropäischen Sprachzweig
gehörten. Erst nach dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeit wanderten die
europäisch sprechenden Völker gen Süden aus und drangen in die Gebiete der
nicht-europäischen Völker ein, wo sie ihre Sprachen, darunter Latein und
Griechisch einführten und für die Einheit des Kontinents sorgten, obwohl
einiges von den Urvölkern im Süden Europas erhalten geblieben ist.
●
Paläontologie
Den
„Europäer „ gibt es schon sein 1,2 Millionen Jahren
Nicht vor 800 000 Jahren, wie bisher angenommen, doch schon vor 1,2 Millionen Jahren bewohnte der Mensch unseren Kontinenten. Jedenfalls stand der „Homo antecessor“, wie ihn die Zeitschrift „Nature“ vom 27. März 2008 getauft hat, schon auf unserem Boden. Das zeigen die von Paläontologen in der Sierra de Atapuerca in Nordspanien entdeckten Überreste dieses Hominiden. „Es ist das bei Weitem älteste bekannte Mitglied der Familie Mensch in Europa“, sagte José Maria Bermudez de Castro, einer der Ausgrabungsleiter und Direktor des Nationalen Zentrums für die Untersuchung der menschlichen Evolution in Burgos.
Der Fund ist bescheiden. Er besteht aus einem vorderen Backenzahn und einem Kieferknochen, die einem etwa 25-jährigen Individuum gehörten. Schon 1994 hatte dasselbe Team mit de Castro und Eudald Carbonell vom Paläoökologischen Institut in Tarragona 780 000 Jahre alte menschliche Knochen in Atapuerca gefunden. Damals schon entstand die Bezeichnung „Homo antecessor“. Nun, dieser Ur-Ur-Großvater der Europäer wird um ein paar Jahrhunderte älter. Der neue Fundort ist nur 200 Meter von dem alten entfernt, was auf eine ausgedehnte, beständige Siedlungszeit hinweist. Die Fundschicht wurde einwandfrei mit chemischen und geologischen Methoden auf 1,1 bis 1,2 Millionen Jahre datiert. Neben den Fossilien fanden die Wissenschaftler auch Steinwerkzeuge aus Feuerstein, die für die Oldowan-Kultur typisch sind. Es sind archaische Steingeräte, die vor allem frühe Menschen wie „Homo erectus“ vor ein bis zwei Millionen Jahren in Afrika benutzten. „Homo antecessor“ hatte die Technik wohl auf Afrika mitgenommen, womit der das Fleisch von Beutetieren mithilfe dieser Werkzeuge abschabte, wie Kerben in fossilen Säugetierknochen am Fundort zeigen.
Dass der Kieferknochen von „Homo antecessor“ demjenigen derselben Art vor knapp 800 000 Jahren und demjenigen der „Homo ergaster“ der in Dmanisi in Georgien als bisher erster Mensch außerhalb von Afrika gefunden wurde ähnlich aussieht, ist nach de Castro der Beweis, dass eine eigene europäische Art sich entwickelt hatte. Die „Homo georgicus“ von Dmanisi ist allerdings auf 1,7 Millionen Jahre datiert worden, aber er lebte auf der Schwelle zwischen Europa und Afrika, während der spanische Fund bei Burgos liegt, eine langjährige Ansiedlung bereits im Inneren des Kontinenten nachweist. Auch der „Homo heidelbergensis“ (500 000 Jahre) hätte sich in der gleichen Richtung als Abzweig vom afrikanischen „Homo erectus“ und später vom „Homo antecessor“ entwickelt. Für De Castro führt also eine gerade Linie von seinem uralten Landsmann bis zum Neandertal und vielleicht zum heutigen Europäer. Nach anderen Deutungen wäre aber der „Homo heidelbergensis“ ein Vertreter der in Afrika verbliebenen archaischen „Homo sapiens“, der deutlich nach dem „Homo antecessor“ nach Europa übersiedelt wäre, der Vertreter also eines anderen Zweigs.
Diese These einer direkten Entwicklungslinie vom „Homo georgicus“ über den „Homo antecessor“ bis zum „Homo heidelbergensis“ wurde, wie das in der Wissenschaft üblich ist, von einem anderen Forscher, Günter Bräuer von der Universität Hamburg, in einem Artikel des Fachmagazins „Evolutionary Anthropology“ in Frage gestellt, weil die Fundstücke nach dessen Meinung noch zu bruchstückhaft sind. Auch Jean-Jacques Hublin, Anthroploge beim Max-Planck-Institut in Leipzig hat noch letzte Zweifel an den Datierungsmethoden. Er meint, dass die Vergleichsstücke in zu geringer Zahl sind, um sicherer Schlussfolgerungen zu ziehen. Sicher ist jedenfalls, dass der „Homo heidelbergensis“ sich vor 300 000 Jahren differenzierte und zum „Neandertaler“ wurde, der wirklich ein waschechter Europäer war und nur in Europa lebte. Die in Afrika zurückgebliebenen Vertreter unserer Art wurden vor 150 000 Jahren zum „Homo sapiens“ und begaben sich dann auf den Weg nach Europa über den Nahen Osten. Wie war dann der „Homo antecessor“ nach Spanien gekommen? Auf Flossen und Baumstämmen über Gibraltar? War damals die Meeresenge von Gibraltar kleiner als heute?
Haben diese Menschen schon Kleider bzw. Felle getragen, um sich vorder Kälte zu schützen? „Der Mensch ist ein tropisches Tier, sagt Hublin, und seine Präsenz in Europa blieb lange südlich der Alpen begrenzt. Die Anpassung an die Kälte ist in der Menschheitsgeschichte neueren Datums“. Bei Burgos ist das Klima doch schon recht kühl im Winter. Was die Afrikaner damals schon wie übrigens auch heute dazu angetrieben hat, sich auf den Weg „gen Norden“ zu machen, bleibt ein Rätsel.
Für die einen kam der Antrieb, Afrika zu verlassen, einfach von der dem Menschen ureigene Wanderlust, für die anderen von der Furcht vor den von der Tse-Tse-Fliege mit ihrer schrecklichen Krankheit verseuchten Gebieten und für die anderen von der durch starke Sonneneruptionen verursachten allzu großen afrikanischen Hitze, die die Sehnsucht nach einem milderen Klima förderte. Aber vielleicht floh der Mensch einfach vor dem Menschen, der vielleicht so gerne Menschenfleisch aß bzw. fraß.
Und der „Homo ergaster“ war noch früher da…
Kaum hatte man den „Homo antecessor“ in Spanien auf 1,2 Millionen Jahre als Gast Europas datiert, wurde man unweit des Dorfes Lézignan-la-Cèbe in der Nähe des Flusses Herault in Mittelfrankreich wieder fündig. Dort hatte bereits vor 15 Jahren der Amateurarchäologe Jean Rouvière in einem früheren Steinbruch lauter Knochen von Tigern, Riesenhirschen, Nilpferden, Elefanten, Nashörnern gefunden. Im Nu hatte er zwei Kisten davon vollgestopft. Dauerregen legte im Herbst 2008 unter einer Basaltschicht einfaches Steinwerkzeug aus Basalt- und Feuersteinkieseln frei, das die Wissenschaftsakademie auf ein Alter 1,570 Millionen Jahren mit Sicherheit geschätzt hat. Mit anderen Worten fast 3000 Jahrhunderte älter als die ältesten Menschenspuren Westeuropas, die in Pirro (Italien) und in Atapuerca (Spanien) entdeckt worden sind (hier oben). Die Hoffnung ist sehr stark, dass man an dieser Stelle unter den Lavaschichten des ehemaligen Vulkans Neffiés Überreste von Hominiden finden könnte. Unter der Leitung des berühmten Professors Yves Coppens sollen die Ausgrabungen im Sommer 2010 anfangen, falls wie vereinbart die Zuschüsse folgen, und sich über 15 Jahre erstrecken. Man möchte gerne zumindest einen Zeitgenossen des „Homo Georgicus“ finden, der mit seinem 800 Gramm-Hirn ein Steinwerkzeug erfunden hatte, um Markknochen zu zerschlagen.
Die Höhlenmalereien sind das einzige schriftliche Zeugnis aus jener fernen Zeit, das wir haben. Die meisten von ihnen befinden sich in Frankreich. Man hat einige Striche femininer Art gefunden und auch kleine Figuren aus Stein oder Elfenbein, die sehr dicke Frauen darstellen. So hat man daraus geschlossen, dass es in der Urgeschichte eine Religion der Urmutter, der Großen Mutter aller Wesen, gegeben hat. Das ist die Grundlage der Romane der Amerikanerin Jean Auel ("Ayla", "Das Tal der Pferde", usw.).
Aber es gibt Paläontologen, die das mit guten Gründen bestreiten. Sie meinen, dass diese Frauenfiguren und weibliche Zeichen nur dazu da waren, um Fruchtbarkeit anzuziehen. Einiges spricht dafür, insbesondere, dass die Sterblichkeitsrate damals auch unter Kindern sehr hoch und das Leben kurz war. Also brauchte man viele Geburten. Es kann aber auch sein, dass diese Frauen eine besondere Stellung im Clan hatten. Eine Art Matriarchat.